Mittwoch, 11. Juni 2014

Jazz on the Rocks in Gröden




Eine einzigartige Verbindung von Klettern,Base-Jumping,Hochseillaufen und Jazz:
Mit der Saslonch-Suite bietet das Südtirol am 29. Juni ein ganz besonderes Musikerlebnis an

Das Südtirol Jazzfestival ist bodenständig – und regional verwurzelt. Mit der „Saslonch Suite“ geht das Festival neue Wege, die sich an der 1000 Meter hohen Saslonch-Wand (dt. „Langkofel“) in den Grödner Dolomiten kreuzen.

Hier gehen Klettern, Hochseilartistik, Base-Jumping und Jazz eine Verbindung ein, die es so noch nie gab. Berg und Musik verschmelzen dabei zu einem Musik- und Naturspektakel, das mit „natürlichen“ Soundeffekten und Echoklängen arbeitet. Beteiligt sind die belgischen Top-Kletterer Nicolas und Olivier Favresse, der Slackline-Läufer Armin Holzer und der Base-Jumper Uli Emanuele. 

Die beiden Südtiroler Extremsportler haben bereits weltweit für Aufsehen gesorgt: Armin Holzer aus Sexten, der auf seiner Slackline-Line auch schon mal von Gipfel zu Gipfel balanciert, wird an diesem Vormittag in selbst gehäkelter Kleidung über das dünne Gurtband laufen und dabei auch noch Didgeridoo spielen. Uli Emanuele aus Bozen, der in die Schweiz gezogen ist, um mit dem Wingsuit von prominenten Bergen wie Eiger, Mönch und Jungfrau zu schweben, fliegt im Rahmen der Saslonch-Suite vom Ostpfeiler des Langkofel am Publikum vorbei.

Für Spannung ist also ebenso gesorgt wir für musikalischen Genuss: Während weiter oben gesprungen, geklettert und geflogen wird, entsteht unten improvisierte Musik: Vor der Wand spielen Andreas Schaerer (voc), Lucas Niggli (dr) und Kalle Kalima (g). Aus dem Fels musizieren Matthias Schriefl (tr), Florian Trübsach (sax) und Cédric Favresse (sax).

Noch einmal: Hier sind Spitzenkräfte am Werk: Nicolas Favresse, der in Flandern und damit in einem „vlakke“ Land aufgewachsen ist, gehört zu den besten Big-Wall-Kletterern der Welt und reist mit seinem „Bruder am Seil“ Olivier nach Südtirol. Die Brüder haben sich bereiterklärt, im Rahmen der Saslonch Suite einen halsbrecherischen Erstbegehungsversuch zu starten: sie versuchen den 10 Meter Überhang an der Ostwand des Langkofels zu klettern, das erste Mal in der Geschichte. Der Ausgang dieses Unternehmens ist ungewiss, der Ehrgeiz der Sportler dementsprechend groß. 

Dass Nicolas, der zehn Monate im Jahr auf Kletter-Tour geht, mit einer Ukulele im Rucksack unterwegs ist, hat schon Tradition: „Die gesamte Stimmung fließt in die Musik, es macht den Kopf frei und egal wie hart es gerade ist: Es erinnert mich daran, dass ich zum Spaß klettere. Manchmal ist es umständlich, aber ich habe noch nie bereut, sie mitgeschleppt zu haben.“, sagt Nicolas Favresse. Der dritte Favresse-Bruder, Cédric, ist Saxophonist und Profimusiker und spielt im belgischen Quartett „Collapse“, das 2012 im Rahmen des Südtirol Jazzfestivals auftrat. 


Auch Andreas Schaerer,  Kalle Kalima, Florian Trübsach und Matthias Schriefl waren schon in Südtirol zu Gast. Matthias Schriefl ist immer für eine musikalische Überraschung gut. Der Artist in Residence des Südtirol Jazzfestivals 2011 spielt Trompete, Flügelhorn, Alphorn, Euphonium, Baritonhorn und Sousaphon, komponiert, veranstaltet Konzerte und leitet auch noch ein Dutzend von ihm geleitete Ensembles. Originalität und Virtuosität sind ebenso seine Markenzeichen wie seine „verrückten“ Ideen – und genau deshalb passt er gut zu diesem außergewöhnlichen Projekt wie auch der Vokalartist Andreas Schaerer und der Schlagzeuger Lucas Niggli. Der finnische Gitarrist Kalle Kalima schöpft die technischen Möglichkeiten seines Instruments voll aus – und zitiert dabei auch schon mal Klassiker aus der Rock-, Blues-, und Folk-Geschichte. Florian Trübsbach trat als Solist des Tölzer Knabenchors unter Herbert von Karajan, Claudio Abbado und Lorin Maazel auf, nahm Kompositionsunterricht bei Hans Werner Henze und wechselte – nach den Besuch eines Dizzy Gillespie-Konzerts – zum Jazz.



Als Abschluss dieses einmaligen Events wird es am selben Tag noch einen Vortragsabend mit den Gebrüdern Favresse & Partnern geben, in dem sie von ihren Abenteuern und Expeditionen als Kletterprofis berichten. Abgerundet wird ihr Vortrag durch Musik von den Kletterern selbst und durch ein abschließendes Kurzkonzert aller Musiker, die noch vor ein paar Stunden mit ihren Instrumenten in der Wand hingen.



Eine ganz besondere Premiere also – und ein einmaliger Konzertevent. „Unter der Saslonch-Wand soll sich eine spannende, spektakuläre und noch nie dagewesene Mischung aus Musik, alpinsportlicher Performance und natürlichen Klängen und Geräuschen wie Herzschlag, Atmung und Schall ergeben“, sagt der künstlerische Leiter des Südtirol Jazzfestivals, Klaus Widmann. Logistisch betreut wird dieses aufwändige Projekt von den Bergführern der Catores unter der Leitung von Adam Holzknecht.
Salsonch-Suite
29.06.14 Comici-Hütte, Wolkenstein, 11:00 Uhr
Vortrag der Gebrüder Favresse & Partner
29.06.14 Kulturzentrum Tubla da Nives, Wolkenstein, 20:30 Uhr
Andreas Schaerer (voc)
Lucas Niggli (dr)
Kalle Kalima (g)
Matthias Schriefl (tr)
Florian Trübsach (sax)
Cédric Favresse (sax)
Nicolas Favresse – Klettern
Olivier Favresse – Klettern
Sean Villanueva – Klettern
Armin Holzer – Slackline
Uli Emanuele – Base-Jumping
Marco Waltenspiel – Base Jumping
Chris Espen – Base Jumping (Camera)

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