Dienstag, 14. Juni 2016

Gröden meets China: Erstmals fossile Meeressaurier ausgestellt


Geologische Verwandtschaft zwischen Dolomiten und Südchina: Sonderausstellung öffnet am 27. Juni

Vor Jahrmillionen lagen der Dolomitenraum und Südchina an den Küsten desselben Urmeeres Tethys. Wie eng diese geologische und paläontologische Verwandtschaft ist, zeigt ab 27. Juni eine ganz besondere Ausstellung im Museum Gherdëina in St. Ulrich. Darin sind erstmals außerhalb Chinas spektakuläre Fossilien zu sehen, die in Südchina bei ausgedehnten Grabungen zutage gefördert wurden – darunter Meeressaurier und zahlreiche Fische.

Die gemeinsamen geologischen Wurzeln Südchinas und des Dolomitenraums reichen rund 240 Millionen Jahre zurück. Während diese Zeit in den Dolomiten aber bereits seit rund 60 Jahren systematisch erforscht wird, ist man in den südchinesischen Provinzen Guizhou und Yunnan erst vor etwa 15 Jahren daran gegangen, das reiche Fossilienerbe zu bergen. Die Ergebnisse beider Untersuchungsstränge werden nun erstmals gemeinsam zu sehen sein, und zwar in der Cësa di Ladins in St. Ulrich. Das Museum Gherdëina beherbergt im Rahmen seiner Dauerausstellung spektakuläre Fossilienfunde aus den Grödner Dolomiten und gilt daher als Hotspot für Paläontologen aus aller Welt.

Von 27. Juni bis 27. Juli kommen zudem rund 30 der spektakulärsten südchinesischen Fossilienfunde dazu. Zu sehen ist eine ganze Reihe von Meeressauriern und urzeitlichen Fischen, die größten über einen Meter, die kleinsten gerade einmal drei Zentimeter lang. Und auch die ältesten nachgewiesenen fliegenden Fische sind dann in St. Ulrich zu Gast. „Was uns natürlich freut, ist die Tatsache, dass die Funde in Südchina die Bedeutung der bei uns ausgestellten Grödner Fischfossilien noch einmal kräftig unterstrichen haben“, so Museums-Leiterin Paulina Moroder. Paläontologisch wurden im Zusammenspiel zwischen beiden Fundgebieten Lücken im Wissen über das Leben im Meer in der Trias geschlossen.

Zustande gekommen ist die außergewöhnliche Ausstellung durch die enge Zusammenarbeit des Museum Gherdëina mit dem Mailänder Paläontologie-Professor Andrea Tintori, der nicht nur wichtige Erkenntnisse zu den ältesten Fischfossilien der Dolomiten geliefert hat, sondern auch einer der Grabungsleiter in Südchina war. „Die Zusammenarbeit ist für uns eine Chance, uns international noch stärker zu vernetzen und in ein außergewöhnliches Wissenschafts-Netzwerk eingebunden zu werden“, so Moroder.

Die Sonderausstellung „Fossile Meeressaurier aus Südchina“ ist in Zusammenarbeit mit den Universitäten Mailand und Peking, der Union di Ladins de Gherdëina sowie mit Unterstützung der Region Trentino-Südtirol, der Seilbahnen Seceda AG und der Grödner Gemeinden zustande gekommen, öffnet am 27. Juni abends ihre Tore und ist bis 27. Juli in Gröden zu sehen.







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